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Tauben und die Vogelgrippe

Das Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems - führend in Sachen Vogelgrippe, sagt dazu (Artikel Leipziger Volkszeitung, 15.10.): Riems. Entwarnung für 60 000 Brieftaubenzüchter in Deutschland: Bei der Übertragung der Vogelgrippe spielen Tauben nach Expertenansicht eine geringe Rolle. „Die Bedeutung der Tiere für die aktive Verbreitung der Krankheit wird als gering eingeschätzt“, sagte die Leiterin des Nationalen Referenzlabors für Vogelgrippe auf der Insel Riems, Ortrud Werner, in einem dpa-Gespräch. Tauben steckten sich nur selten mit der Krankheit an und gäben sie höchst selten weiter. „Das Infektionsrisiko für Menschen ist vernachlässigbar“, betonte die Wissenschaftlerin des Friedrich-Loeffler-Institutes. Es sei jedoch nicht auszuschließen, dass Tauben an den Füßen oder am Gefieder Erreger verschleppten - ähnlich wie Menschen an den Schuhen.

Um die Rolle der Tiere bei Vogelgrippe-Ausbrüchen zu erforschen, habe sie versucht, Tauben im Labor mit Grippe-Viren zu infizieren. Erst bei massiven Mengen des derzeit in Asien grassierenden Erregers vom Typ H5N1 seien einige Tauben erkrankt und gestorben, erläuterte die Grippe-Expertin. „Hühner waren bei der gleichen Dosis nach 24 bis 48 Stunden tot.“

„Tauben sind für die Geflügelpest - auch für hoch pathogene Virustypen - viel weniger empfänglich als Hühner“, berichtete Werner. Im Versuch hätten selbst kranke Tiere nur wenige der gefährlichen Erreger mit Kot, Speichel oder Tränenflüssigkeit ausgeschieden. Diese Mengen hätten nicht ausgereicht, Hühner anzustecken. „Hühner, die mit den infizierten Tauben zusammenlebten, erkrankten nicht“, sagte Werner. „Dabei ist das Huhn das für Vogelgrippe empfindlichste Tier.“

dpa © LVZ-Online vom: Samstag, 15. Oktober 2005 weiterhin: Friedrich-Loeffler-Institut http://www.fli.bund.de unter Aktuelle Informationen zur aviären Influenza (Antworten auf Fragen zur Geflügelpest/Vogelgrippe)

Zum Thema Vogelgrippe hier ein Leserbrief von Holger Gross an die Redaktion der Sendung am 16.02.2006 20:15 "Stadtgespräch" im HR3 "Vogelgrippe - Die Todesseuche ist da!"

(...) Das Wort "Todesseuche" läßt im Zusammenhang mit dieser eigentlich als Tierseuche zu bezeichnenden Tiererkrankung sehr viele menschliche Fehlinterpretationen zu und das ablaufende Kopfkino ins Unermeßliche steigern. (...) Die freilebenden Tiere sind schon schutzlos genug dem Virus ausgeliefert. Wollen wir nicht auch noch manch menschlichem Individuum die Gelegenheit geben, in diesem Zusammenhang, aber aus versteckten, subjektiv innerlich anderen Gründen, ein sinnloses Tierschlachten anzuzetteln. Als Beispiel führe ich bei dieser Gelegenheit die in vieler Weise übertriebenen, negativen Behauptungen über die Stadttaube an, welche sie bei den meisten Menschen gezielt zum Hassobjekt machte. Darüber hinaus verstehe ich nicht, warum sich noch so viele Städte dagegen wehren, betreute Taubenschläge einzurichten. Diese, schon in sehr vielen anderen Städten (z.B. Augsburg, Aachen, Pforzheim, Esslingen a. Neckar, Tübingen u.s.w.) zur tierschutzgerechten Unterbringung und Populationsminderung eingerichteten, betreuten Taubenschläge, würden die Tiere von der Straße bringen und ihre Anzahl tierschutzgerecht vermindern, durch kontrollierten Gelegeaustausch. (Zu diesem Thema findet übrigens am 22.02.2006 in Esslingen am Neckar ein Taubenkongress statt.)

Gerade bei dem in dieser Zeit immer wieder aufflackernden Thema Vogelgrippe, wäre die Einrichtung von betreuten Taubenschlägen mehr als nur eine Beruhigung für den Bürger. Es würde in diesen angespannten Zeiten deutlich aufzeigen, daß hier etwas getan wird. Zum Wohle der Bürger und der Tiere. (....)

Mit freundlichen Grüßen

Holger Gross, Hanau





 

 

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